Hartzi Ich

Sodele, da bin ich wieder.

Meine, ich weiß nicht wievielte Über mich Seite. Irgendwie habe ich es geschafft, dass ich jede Seite anders gestalte. Auf der einen habe ich mehr Bezug zu den PC-Spielen genommen, auf der anderen Seite habe ich mehr über ADHS im Erwachsenenalter gesprochen und hier, tja hier werde ich mein „ich“ im Hartzer Universum schildern.

Wie kam ich in diese Teufelsmühle? Ich bin seit der Umsetzung von Hartz IV eine „Schmarotzerin“. Also ab 2005 kenne ich diese Maschinerie der Bevormudung. Eines habe ich von Anfang an gelernt: Die ARGE oder jetzt das Jobcenter, weiß besser über Dich bescheid als Du selbst. Du hast Dich gefälligst faul zu verhalten, ungepflegt zu Terminen zu erscheinen und natürlich solltest Du keinen Schulabschluss haben. Diese „Sorte“ haben sie besonders gern, denn sie gehen grunsätzlich davon aus, dass dieser Mensch keine Bildung vorzuweisen hat, sprich: Rotzedoof ist.

Zeigt man ein gewisses Maß an Bildung, werden sie vorsichtig. Hat man Abitur, wird man etwas freundlicher behandelt. Mit Sanktionen wird sich zurück gehalten und auch sonst zeigt man sich unfreiwillig entgegenkommend. Schleimbolzentour sondergleichen. Schließlich gehört man mit einem Abitur zu der Sorte Leistungsbezieher, die sich recht schnell vermitteln lassen sollten. Eigentlich. Bei mir ist das nicht der Fall und das habe ich mit jedem Jahr mehr zu spüren bekommen. Sie wurden immer etwas unfreundlicher zu mir.

Ich habe zwei abgebrochene Studienläufe an zwei verschiedenen Unis. Mit der letzten unfreiwillen Exmatrikulation bin ich leider in der Stadt hängen geblieben, wo ein Jobcenter sitzt, welches sich eine Freude daraus macht, Menschen hungern zu lassen. Ich wollte ein Studium von zu Hause aus, was das Jobcenter etwas über 1000,00 Euro gekostet hätte. Es wäre für meine psychische Situation besser gewesen und mein Abschluss an der IHK wäre um längen besser gewesen. Nein, das wollte mein SB nicht, denn dann bin ich Zuhause, kann die Zeit zum Lernen einteilen wie ich will und das geht überhaupt nicht. Er brummte mir die dieselbe Ausbildung in einer überbetrieblichen Einrichtung auf. Diese Ausbildung kostete das Jobcenter pro Teilnehmer über 7000,00 Euro. Da habe ich mich nur gefragt, weshalb ich mir überhaupt Gedanken darüber mache, dass Steuergelder sinnvoll eingesetzt werden?!

Mittlerweile beschäftige ich mich eingehend mit Hartz IV und den dazugehörigen Gesetzen, bekämpfe Ungerechtigkeiten in irgendwelchen Schreiben des Jobcenters und versuche durchzuhalten. Eines Tages wird sich das Kämpfen gelohnt haben. Spätestens dann, wenn ich zu Grabe getragen werde. Ich kann dann wenigstens stolz zurück blicken auf ein Leben voller Widerstand. Mut zur Wahrheit, denn damit kann das Jobcenter am wenigsten umgehen.

Ich könnte noch mehr berichten, was mein ehemaliges Arbeitsverhältnis angeht und wie sich Chefs mit einem Hartzer bereichern können. Nur das würde zu weit führen und ich müsste dann Dinge erzählen, die im erheblichen Maße Dritte betreffen. Ich hoffe Ihr habt Verständnis dafür, dass ich nicht so konkret darauf eingehen möchte.

In diesem Sinne,

Eure Awadea

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